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Kleiner Ratgeber zur Erziehung eines Welpen (zusammengestellt von Gerda Schlichting)

1. Was bisher geschah Bei uns verbringen die Welpen die ersten drei Lebenswochen mit der Mutterhündin in der Wurfkiste im Wohnhaus unmittelbar in unserem Wohnbereich. Nach der dritten Lebenswoche kommen sie ins Welpenhaus, welches Zugang zu einem Freiauslauf hat. Hier können sie nach und nach ihre neue Umgebung erkunden und ausgiebig spielen oder graben. Wir verbringen jede freie Minute bei den Kleinen. Sie dürfen auch immer mal wieder in die Wohnung, um schon früh mit allen Geräuschen und Familienmitgliedern vertraut zu werden. Bereits jetzt machen sich schon einige unterschiedliche Charaktereigenschaften der einzelnen Welpen bemerkbar, über die wir die Welpeninteressenten informieren. Wir beraten die Welpenkäufer, welcher der Kleinen am besten zu Ihnen passt und ob es ein Rüde oder eine Hündin sein soll. Suchen Sie Ihren Welpen nicht zu früh aus. So etwa mit sieben Wochen dürfte der beste Zeitpunkt sein. Und noch etwas: Besuchen Sie mehrere Züchter und treffen Sie dann erst Ihre Wahl. Besuchen Sie den Wurf so oft wie möglich und nehmen Sie selbst an der Entwicklung der Kleinen teil.
2. Die Heimfahrt

An dem Tag, an dem Sie Ihren Welpen abholen , sollten Sie genügend Zeit mitbringen, um alle wichtigen Dinge besprechen zu können. Bei einer gemütlichen Tasse Kaffee oder Tee kann man am besten die wichtigsten Dinge über Ernährung, Pflege, Erziehung und Gesundheit des Welpen besprechen. Einen Ernährungsplan und Futter für die ersten Tage bekommen Sie von uns mit. Inzwischen wird der Welpe entweder im Garten noch ein letztes Mal mit seinen Geschwistern spielen, oder er wird im Wohnzimmer Unsinn anstellen. Wenn er nun erschöpft vom Spielen ist und Sie mit uns alles geklärt haben, schließlich gibt es ja auch noch Telefon, können Sie ihn ins Auto tragen und losfahren. Je nach Dauer der Heimfahrt, sollten Sie öfter Pausen einlegen und den Welpen sein Bächlein erledigen lassen. Während der Fahrt wird er hoffentlich die meiste Zeit schlafen. Falls er jedoch jammert oder unruhig ist, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass er eine große Portion Angst hat. Alles ist für ihn neu und fremd und er vermisst seine Geschwister. Hier hilft am besten, wenn man ihn streichelt und beruhigend auf ihn einredet. Kommen Sie möglichst nicht alleine, sondern bringen Sie sich einen Chauffeur mit, damit Sie sich um den Kleinen kümmern können. Dies ist wahrscheinlich seine erste längere Autofahrt!
3. Zu Hause

Zu Hause angekommen, wird der Kleine erst einmal in den Garten geführt , damit kein Malheur in der Wohnung passiert. Dann wird der neue Hausgenosse die Wohnung erkunden wollen. Lassen Sie ihn für einige Zeit in Ruhe und laden nicht gleich die ganze Verwandtschaft ein. Junge Hunde brauchen viel Ruhe und schlafen unglaublich viel. Der Kleine wird sich, wenn er müde ist, einfach irgendwo hinlegen. Falls Sie ein Körbchen für ihn haben, können sie ihn hineinlegen oder Sie legen ihm einfach eine Decke hin. So weiß er von Anfang an, wo er schlafen soll. Der Platz für Ihren neuen Hund sollte so gelegen sein, dass er den Überblick über das Geschehen im Haushalt hat, Ihnen aber nicht im Weg liegt. Neufundländer wollen an dem ganz normalen Familienleben teilhaben und sind zufrieden, wenn sie einfach nur dabei sein dürfen.

Jetzt beginnt auch die Zeit, in der die Familie ganz automatisch zur Ordnung erzogen wird. Von einem zum anderen Tag stehen keine Schuhe mehr im Flur herum. Alle Gegenstände, die sonst überall herumliegen sind auf einmal verschwunden. Statt dessen findet man diverses Hundespielzeug auf dem Boden über das man zeitweise stolpert. Aber so muss es sein, wenn man seine Teppiche und Möbel noch einige Zeit haben will. Der neue Hausgenosse braucht Beschäftigung. Jede freie Minute solle man nutzen, mit ihm zu spielen und etwas mit ihm zu unternehmen.
4. Die erste Nacht

Für den Welpen ist dies die erste Nacht, die er "hundeseelen" alleine verbringen muss und wahrscheinlich wird er sich dagegen lautstark zur Wehr setzen und anfangen zu jaulen. Das kann einen schon rühren. Wenn Sie nun zu ihm gehen, wird er sofort still sein, allerdings nur so lange Sie bei ihm bleiben. Verlassen Sie ihn wieder, fängt er erneut an zu jaulen. Von dem Gejaule genervt, gehen Sie nochmals zu ihm hin. Inzwischen hat er bereits seine erste Lektion gelernt : Wenn er sich alleine fühlt, muss er nur jaulen und es kommt sofort jemand zu ihm. Folglich jault er, damit jemand kommt. Auch wenn Sie zu ihm gehen und schimpfen, ist dies für ihn immer noch interessanter, als die Nacht alleine zu verbringen. Wie verhält man sich in diesem Fall richtig? Auf keinen Fall zu ihm gehen, wenn er jault!
In der Nacht ab und zu seinen Schlafplatz aufsuchen, aber nur dann,
wenn er sich ruhig verhält!


Dabei ist es nicht schlimm, wenn der Kleine geweckt wird, da er am nächsten Morgen ausschlafen kann und keine wichtigen Termine wahrnehmen muss.

Jetzt hat er die Lektion richtig gelernt : Er ist nicht "hundeseelen" alleine.
Es nützt ihm rein gar nichts, wenn er Lärm macht.



Übrigens für den Hund sind Sie und Ihre Familie nun sein neues Rudel. Für ihn ist es normal, dass er bei seinem Rudel in "Hör- und Riechweite" schläft. Das heißt nicht, dass er in Ihr Bett soll! Aber wenn Sie seinen Platz so wählen, dass er in Ihrer Nähe sein kann, wird er sich schnell in sein neues Heim eingewöhnen und das Problem mit dem Gejaule tritt erst gar nicht auf. Allerdings sollte Ihnen bewusst sein, dass ein ausgewachsener Neufundländer viel Dreck macht ,vor allem, wenn es draußen regnet oder er sich im Fellwechsel befindet . Für den Hund ist es schwer zu begreifen, dass er nur als Welpe im Schlafzimmer übernachten darf und wenn er groß ist nicht mehr. Also überlegen Sie sich von Anfang an, wo der Schlafplatz Ihres Hundes sein soll.
5. Wie der Welpe stubenrein wird

Eigentlich von ganz alleine! Sie müssen nur schnell genug sein. Jedes Mal wenn der Welpe aufwacht, wenn er getrunken oder gefressen hat, muss er! Also sollten Sie Ihren Hund einfach ganz schnell in den Garten bringen oder mit ihm einen kurzen Spaziergang machen und zwar so lange, bis er sein Geschäft erledigt hat. War Ihr Bemühen erfolgreich, loben Sie ihn überschwänglich. Falls doch einmal ein Malheur in der Wohnung passiert, geloben Sie Besserung. Sie haben richtig verstanden! Die Schuld liegt ganz bei Ihnen, Sie sind nicht schnell genug gewesen. Bestrafungen, wie zum Beispiel ein Klaps mit der Zeitung oder "Nase reinstupsen" sind tabu. Kurze Zeit nach dem Malheur hat der Hund nämlich schon vergessen, was er falsch gemacht hat. (Näheres zum Thema Bestrafung siehe unter Kurzzeitgedächtnis".)
6. Das Leben unter den Menschen

Neufundländer sind von Natur aus sehr kinderliebe und freundliche Hunde. Sie sind nicht unbedingt als Wachhunde geeignet. Von ihrem Gebrauchszweck her gehören die Neufundländer zu den Rettungshunden. Ihre Vorliebe zum Wasser und ihre herausragende Fähigkeit zum Schwimmen brachte ihnen in Neufundland den Job ein, die Fischerboote aus dem Wasser zu ziehen und die Netze einzuholen. Sie haben sich also einen Wasserrettungshund zugelegt. Herzlichen Glückwunsch! Allerdings sollten Sie auch die Nachteile kennen, die sich aus dieser Tatsache ergeben:
Ein Neufundländer liebt das Wasser und lässt keine Pfütze auf seinem Spaziergang aus. Sollten sie einen Fischteich haben, wird er die private Badewanne Ihres Hundes werden. Sie werden sicher ganz schnell einen Zaun kaufen und das Gewässer für den Hund unzugänglich machen. Bei der Urlaubsplanung sollten Sie belebte Badestrände meiden : Unsere Bessie hat schon einige Versuche gestartet "unschuldige Badegäste zu retten", besonders Kinder! Und stellen Sie sich vor, der Hund watet aus dem Wasser , stellt sich direkt neben die sich sonnenden Urlauber und schüttelt sich! Und genau das wird er tun.

Jeder Hund sucht sich seinen Boss in der Familie selber aus. Oft ist es die Person, die den Hund füttert oder diejenige, die mit ihm spazieren geht. Auch wenn Ihr kleiner Liebling noch ein Baby ist, ist es sehr wichtig für seine Sozialisation , dass Sie ihn möglichst viel mitnehmen, zum Beispiel in die Stadt zum Einkaufen oder ins Restaurant. Der Kontakt mit Kindern ist sehr wichtig, wenn Sie selber keine haben, laden sie welche ein . Sie brauchen auch keine Sorge zu haben, dass Ihr Hund von kleinen Kindern überfordert wird. Wenn er müde ist, wird er sich sowieso einfach irgendwo hinlegen und einschlafen, egal wie laut es in der Umgebung gerade ist. Nur die Kinder sollten lernen, den Hund dann in Ruhe zu lassen.

Kinder machen sich ja gerne nützlich und wollen immer helfen. So kann das Kind die Aufgabe übernehmen, dem Hund die Futterschüssel hinzustellen. Dies wäre ein guter Weg, dem Hund gleich von Anfang an seinen Platz in der Familienrangordnung klar zu machen.

(Näheres hierzu in "die Sache mit der Rangordnung")

Beim Spaziergang mit dem Welpen werden Sie anfangs viel Aufsehen erregen und sicher von jedem angesprochen werden. Junge Hunde freuen sich über jeden fremden Menschen und wollen ihn begrüßen. Lassen Sie Ihren Welpen ruhig von Fremden streicheln. So wird er auch später Fremden gegenüber freundlich und selbstbewusst begegnen. Gewöhnen Sie dem Welpen schon von Anfang an ab, an Leuten zur Begrüßung hochzuspringen! Die Rechnungen, die Sie für die Reinigung der Kleider bezahlen dürfen, können recht kostspielig werden! Oder stellen Sie sich vor, eine ältere Dame stürzt, weil der Hund sie in seiner Begrüßungsfreude angesprungen hat.

Das Hochspringen kann man dem Hund folgendermaßen abgewöhnen: Sollte er Anstalten machen hochzuspringen, wird er energisch auf den Boden gedrückt begleitet von einem energischen "NEIN !"Fügt er sich und bleibt brav unten, beugt man sich zu ihm nieder und lobt ihn überschwänglich. Allerdings kann das bei manchen Hunden mitunter schwierig sein.
7. Keiner spielt mit mir

Bisher ist Ihr kleiner Liebling unter seinen Wurfgeschwistern gewesen. Er konnte jederzeit mit gleichaltrigen Hunden spielen und hat dadurch schon sehr viel über Verhaltensregeln anderen Hunden gegenüber gelernt. Die Sprache der Hunde ist sehr kompliziert, jedenfalls für uns Menschen.
Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor:
Ihr ausgewachsener Neufundländer begegnet einem Dackel ! Beide Hunde sind in ihrem Aussehen so unterschiedlich und trotzdem können sie sich gut verständigen. Allerdings will dieses geübt und gelernt werden ! Der Besuch einer Welpenschule ist eine gute Gelegenheit für Ihren Hund, andere Rassen oder grundsätzlich andere Hunde kennen zu lernen, mit diesen zu spielen und soziale Kontakte zu pflegen. Das Problem eines "kleinen" Neufundländers in einer Welpenschule ist, dass er meist viel größer als andere Welpen seines Alters ist und keiner mit ihm spielen will. Um so wichtiger jedoch ist es, ihn nicht von anderen Hunden zu isolieren! Das Schönste für einen Hund ist, mit anderen Artgenossen ausgiebig spielen und toben zu können und auch ein Neufundländerwelpe lernt, sanft mit kleineren Artgenossen umzugehen und Rücksicht zu nehmen.
Erkundigen Sie sich auch, ob es in Ihrer Nähe ein offizielles Hundeauslaufgebiet gibt. Jeder Hund braucht Kontakte zu anderen Hunden, auch wenn sein Garten noch so groß ist , er aber immer alleine ist .Viele Gemeinden haben solche Auslaufgebiete. Hier trifft man sich und kennt sich. Hier dürfen alle Hunde ohne Leine gehen und es besteht keine Gefahr, dass sie überfahren werden. Gerade heute, wo die Hunde im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen , ist es wichtig, einen wohlerzogenen, gut sozialisierten Hund zu haben, der sich mit Tier und Mensch gut versteht.
8. Das erste Mal an der Leine

An der Leine ordentlich zu gehen, will gelernt sein. Denken Sie daran, dass der momentan noch so niedliche Hund einmal über fünfzig Kilogramm Körpergewicht auf die Waage bringt. Und von diesem wollen Sie wohl nicht spazieren gezogen werden! Bisher hat der Welpe noch kaum Erfahrung mit Halsband und Leine gemacht. Folglich wird ihm das Halsband sehr unangenehm und kratzend erscheinen. Ziehen Sie es ihm trotzdem auch in der Wohnung immer für einige Stunden an, er gewöhnt sich daran. Wenn Sie nun das erste Mal mit ihm an der Leine rausgehen, bewaffnen Sie sich mit einer Hand voll Hundetrockenfutter oder anderem "Bestechungsgeld." Anfangs wird er sich wahrscheinlich gegen den ungewohnten Zug der Leine wehren und sich auf sein Hinterteil setzen, was Welpen ja immer machen, wenn ihnen etwas nicht geheuer ist. Es ist dabei nicht von Bedeutung, ob er Angst hat oder nur mit Ihnen Tauziehen spielen will. Wechseln sie einfach die Richtung, wenn er ziehen will. Gehen Sie rückwärts. Er merkt sehr schnell, dass er nicht vorankommt, wenn er zieht.
Eigentlich kommt fast jeder Welpe freudig auf einen zugetapst, wenn man in die Hocke geht und in die Hände klatscht. Sollte er dann schließlich kommen, lassen Sie die Leine sofort locker und loben ihn. Jetzt hat er sich sein Leckerli verdient. Ein kleiner Trick damit es schneller geht: auf dem Hinweg darf der Welpe frei laufen. Welpen laufen sowieso einfach hinterher. Auf dem Rückweg wird er dann für einige Minuten angeleint, den Rest des Spaziergang darf er wieder frei gehen.


Wichtig bei dieser Lektion ist:
Hören Sie nicht auf, sanft an der Leine zu ziehen bevor er zu Ihnen kommt, sonst hat er das "Tauziehen- Spiel" gewonnen!
Auch wenn er Angst hat, ist es sinnlos, ihn trösten oder beruhigen zu wollen, Sie bestärken ihn damit nur in seiner Angst !
Treten Sie sicher und bestimmt auf. Loben Sie in dem Augenblick, in dem er richtig reagiert, nämlich zu Ihnen kommt und dem sanften Druck an der Leine nachgibt.
Dann hat er folgendes gelernt:
Frauchen oder Herrchen wissen genau, was sie wollen und er kann ihnen vertrauen! Es bringt nichts, sich zu wehren ! Wenn er artig ist, wird er gelobt !


9. Sitz , Platz und Komm

"Sitz" und "Platz" sind für ihren Welpen ganz einfach mit einer kleinen "Bestechung" zu erlernen. Halten Sie ihm ein Leckerli direkt vor seine Nase und zwar mit leicht nach oben zeigender Hand und sagen sie kurz und knapp "Sitz". Kleine Welpen setzen sich sowieso meistens erst einmal hin, um in Ruhe über die Situation nachzudenken. Hat er sich gesetzt, bekommt er sofort seine Belohnung. Wiederholen Sie das sehr häufig. Immer sofort loben, wenn er sich setzt. Es dauert nicht lange und der Hund wird sich setzen, wenn er das Kommando "sitz" hört.
Bei dem Kommando "Platz" gehen Sie auf die gleiche Art und Weise vor. Die Hand zeigt dabei auf den Boden. Halten Sie ihn dabei am Halsband fest und legen Sie die Hand mit dem Leckerli auf den Boden. Legt er sich hin, bekommt er das Leckerli und wird gelobt. Auch diese Übung muss ständig wiederholt werden. Das Kommando "komm" sollte man öfter beim Spaziergang üben, vor allem, wenn gerade keine Person oder kein Hund in Sichtweite ist, zu dem Ihr überaus neugieriger Hund unbedingt laufen möchte.
10. Prinzipielles zur Hundeerziehung

Oberstes Gebot ist Konsequenz.
Verlangen Sie etwas von Ihrem Hund,
muss er es mindestens einmal gemacht haben.
Geben Sie kurze und einfache verständliche Kommandos ! Sprechen Sie leise. Hunde haben sehr gute Ohren! Folgt Ihr Hund dem Kommando, dann wird er sofort und überschwänglich gelobt! Übung macht den Meister ! Üben Sie die einfachsten Kommandos immer wieder und nicht erst in brenzligen Situationen. Zum Beispiel : Ihr Hund spielt mit anderen Hunden und Sie möchten, dass er zu Ihnen kommt. Wenn Sie ihn jetzt rufen, und er kommt zu Ihnen - Sie haben dieses Kommando schließlich oft genug geübt - dann loben Sie ihn und lassen ihn wieder zu den anderen Hunden laufen und noch ein wenig weiterspielen.
Gehen Sie direkt mit Ihrem Hund weiter und beenden dadurch sein Spiel, wird er beim nächsten Mal nicht wieder zu Ihnen kommen !

11. Die Sache mit der Rangordnung

Machen Sie Ihrem Hund von Anfang an klar, wer der Chef ist. Wir dürfen auf keinen Fall den Fehler machen, unsere Moralvorstellungen wie zum Beispiel Dankbarkeit, Fairness oder Gewissen auf den Hund zu übertragen. Er muss seinen festen sicheren Platz in der familiären Rangordnung haben und zwar ganz am Ende. Denken Sie daran, der Hund, den Sie sich zugelegt haben wird ziemlich groß werden! Es erspart ihnen viel Mühe, wenn Sie von Anfang an einige Sachen berücksichtigen.

Ein Hund kennt von Geburt an noch keine Beißhemmung. Im Spiel mit seinen Geschwistern entwickelt er diese aber spätestens dann, wenn er feststellt, dass jedes Mal, wenn er zwickt oder beißt, spürbar zurück gebissen wird und zwar sofort. Natürlich wird er auch beim Spiel mit Ihnen austesten, wie weit er gehen kann. Man muss ihn also spüren lassen, dass sein Zwicken weh getan hat. Entweder man beißt ihn kurz ins Ohr, das ist sicher eine Möglichkeit, die nicht jedem liegt aber sehr wirkungsvoll ist, weil er sie sofort kapiert. Meistens genügt aber auch ein kleiner Aufschrei. Wichtig dabei ist, dass die Reaktion auf der Stelle geschieht und er die Strafe mit seinem Beißen oder Zwicken in Verbindung bringen kann. Und noch etwas: niemals nachtragend sein. Zeigt der Kleine das erwünschte Verhalten, kann das Spielen mit ihm fortgesetzt werden.
In einem Rudel hat das Leittier bestimmte Vorrechte. Es darf Dinge tun, die alle anderen nicht dürfen. Das Leittier frisst zum Beispiel zuerst. Es gibt den anderen erst etwas ab, wenn es selber satt ist, daraus kann man ableiten, dass ihm alle übrigen Vorrechte ebenfalls zustehen. So hat das Leittier auch das Recht, den Rangniedrigeren zurechtzuweisen, wenn ihm sein Verhalten nicht passt.
In der Familie läuft es oft umgekehrt. Der Hund bekommt seine Schüssel mit dem Futter ganz für sich alleine und niemand macht sie ihm streitig. Was folgt daraus? Der "Kleine" denkt, dass er ja wohl der Boss sein müsste. Die richtige Futterrangordnung ist von Anfang an sehr wichtig, da der Hund diese auch auf andere Bereiche überträgt. Sie klärt mehr als alle Worte. Der Welpe muss also von Anfang an daran gewöhnt werden, dass er immer nach den Familienmitgliedern seine Mahlzeit bekommt. Er bekommt niemals etwas vom Tisch, auch nicht ausnahmsweise. Selbst dann, wenn sein Futter vor seiner Nase steht, hat er erst dann zu fressen, wenn man es ihm erlaubt.
Man sollte ihm auch öfter die Schüssel wegnehmen, so weiß er von Anfang an, wer der Besitzer des Futters ist. Sehr empfehlenswert ist es, Welpen aus der Hand zu füttern und dafür von dem Hund kleine Übungen zu verlangen, wie "Sitz, Platz, oder Komm". Dazu eignet sich am besten ein Trockenfutter, das man sich in die Tasche stecken kann. Bitte keine Leckerli kaufen, diese machen nur dick. Die Menge des Trockenfutters für die Belohnung ziehen Sie Ihrem Hund einfach von der Tagesration ab. Bewusste und gezielte Belohnung, verknüpft mit Geduld und Konsequenz werden sich lohnen. Man hat später einen Hund, mit dem man problemlos in unserer heutigen Gesellschaft leben kann.
Wenn Sie Ihren Hund abholen, haben Sie noch einen kleinen Hund - einen Welpen. Dieser wird allerdings einmal ein ausgewachsener stattlicher Neufundländer. Daher sollten Sie von Anfang an ein paar Tricks anwenden um sich spätere Probleme zu ersparen. Erziehen Sie Ihren Hund zu einem selbstbewussten Rudelmitglied, das genau weiß, wo sein Platz in der Familie ist. In der Rangordnung steht Ihr Liebling an letzter Stelle, hinter Ihren Kindern! Dies können Sie dem Hund leichter verdeutlichen indem Sie seine Art der Verständigung im Rudel imitieren.
12. Die Machtinstrumente in der Hundeerziehung:
Das Futter
Lassen Sie Ihrem Hund ruhig die Futterschüssel von den Kindern hinstellen. So können Sie dem Hund damit klarmachen, dass er - was die Rangordnung betrifft - auch nach Ihrem Kind kommt. Ihr Hund muss sich jederzeit sein Futter wegnehmen lassen. Bevor Sie ihm die Futterschüssel hinstellen, lassen Sie ihn ruhig eine kleine Aufgabe erfüllen (z.B. "Sitz")

Das Spielzeug
Das Spielzeug sollte niemals Privateigentum ihres Hundes sein, sondern lediglich eine Leihgabe. Sie geben ihm das Spielzeug und nehmen es ihm jederzeit wieder weg. Den Beginn und das Ende eines Spiel bestimmen Sie. Spielen Sie viel mit dem Welpen, bedenken Sie, dass Sie ihm die Geschwister ersetzen müssen.

Der Schlaf- und Liegeplatz
Ein erhöhter Schlafplatz - wie beispielsweise das Sofa - sollte einzig und alleine ranghohen Rudelmitgliedern zugänglich sein. In einem Rudel sucht sich der Chef immer den besten Platz aus und er vertreibt sogar sehr oft rangniedrigere Mitglieder von ihrem Platz, nur damit er seinen Rang demonstrieren kann. Sie können sich also auch einfach ab und zu in das Hundekörbchen ihres Welpen setzen und dadurch von Anfang an wirksam ihrem Hund zeigen, wer Chef im Haus ist.

Herrchens Aufmerksamkeit
Im Rudel richten sich die rangniederen Rudelmitglieder nach Ihrem Anführer. Die rangniedrigeren Tiere erbitten sich ihre Streicheleinheiten von ihrem Chef. Sie können also auch durch bewusstes Einsetzen Ihrer Zuwendung die Positionen verdeutlichen. Kommt Ihr Hund zu Ihnen um gestreichelt zu werden, dann streicheln Sie ihn auch. Aber Sie sind auch derjenige, der diese Handlung jederzeit beenden kann.

Das Unterwerfen
Ist ihr Hund Ihnen gegenüber frech oder hat er etwas angestellt, so bleibt Ihnen noch eine Maßnahme, die Ihr Hund besser versteht als lautes Schreien oder ein Klaps. Werfen Sie Ihren Hund um, so dass er auf dem Rücken liegt. Am Anfang ist dies noch leichter, da der Hund Ihnen noch nicht so viel Kraft entgegensetzen kann. Mit ein wenig Energie und Willenskraft und es muss sehr schnell gehen, werfen Sie aber auch einen erwachsenen Hund um. Der Vorteil ist, dass für den Hund dann klar ist, dass er in der Rückenlage keine Chance mehr hat. Sie können auch noch Ihre Hand an seinen Hals legen und ihm somit absolut zeigen, dass er verloren hat.

13. Das Kurzzeitgedächtnis

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Der Hund sitzt verbotenerweise auf dem Sofa. Frauchen kommt und wird von ihm angeknurrt, oder er schnappt gar nach ihr. Frauchen geht jetzt die Zeitung holen, um ihn zu bestrafen. Er bekommt einen Klaps mit der Zeitung. Mit Sicherheit knurrt der Hund beim nächsten mal wieder, wenn Frauchen ihn vom Sofa befördern will, denn gelernt hat er nur: wenn Frauchen die Zeitung holt, gibt es einen Klaps. Der Hund versteht den Zusammenhang zwischen dem Klaps mit der Zeitung und seinem Fehlverhalten nicht. Jegliche Bestrafung muss unmittelbar erfolgen, ebenso wie die Belohnung. Sie sollte nicht nur prompt, sondern auch ziemlich resolut und mit Nachdruck erfolgen. Die Bestrafung muss aber sofort aufhören, wenn der Hund klein beigibt. Der Hund würde sonst lernen, dass es egal ist, ob er sich unterwirft oder sich weiterhin aggressiv verhält. Grundsätzlich lernen Hunde schneller durch Belohnung als durch Strafe.
Erwünschte Verhaltensweisen können verstärkt werden, ebenso unerwünschte. Vor Jahren hatten wir einen Welpen an ein Ehepaar abgegeben, das sich zunächst einmal Urlaub genommen hatte, damit der Welpe zu Anfang nicht alleine bleiben musste. Als die Frau dann ihre Arbeit wieder aufnehmen musste, wurde der Welpe für einige Stunden alleine in der Wohnung gelassen. In dieser Zeit hat er es geschafft, sämtliche Möbel anzufressen. Auch hat er nichts mehr gefressen. Was war passiert? Immer bevor die Frau morgens das Haus verließ, stellte sie dem Kleinen die Futterschüssel hin. Schließlich war die Futterschüssel das Signal für ihn, dass er alleine gelassen wurde, also hat er nichts mehr gefressen.


Über Hundeerziehung sind unzählige Bücher geschrieben worden, die man lesen kann und sein Wissen erweitern kann. Dies soll auch nur ein kleiner Anstoß zum Nachdenken sein. Man erleichtert sich die Arbeit, wenn man früh beginnt, seinen Hund zu erziehen, denn auch hier gilt: was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.




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